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Erziehung

ein Bericht von Papgeien-Aue.de

Papageien sind faszinierende Heimvögel. Sie sind überaus intelligent, kommunizieren mit ihren Besitzern, lassen sich kraulen und hübsch anzusehen sind sie ebenfalls. Papageien wurden jedoch nicht für ein Leben in unserem Wohnzimmer ausgestattet und wissen deshalb nicht, wie sie sich in diesem Lebensraum verhalten müssen. Dies kann ein Papagei nur lernen, wenn wir es ihm zeigen.

In freier Natur bildet sich unter den Papageien eine strenge Hierarchie heraus, das heißt: Papageien werden vom Schwarm erzogen. Wenn man sich also Papageien nach Hause holt, so wird man selbst Teil des Schwarms und sollte sich so verhalten, dass man in der "Hackordnung" einen hohen Rang einnimmt. Insofern ist es nicht unwichtig, sich darin zu üben, die "Sprache" seiner Tiere zu verstehen und richtig darauf zu reagieren.

Das A und O ist Konsequenz

Das Thema Erziehung ist nicht einfach, und ein Text kann nicht für alles und jeden eine Lösung bieten. Letztlich wird jeder Papageien- liebhaber seine eigenen Methoden entwickeln, denn jeder Vogel hat einen anderen Charakter und jeder Besitzer gibt andere Maßstäbe vor. Allerdings gilt eines immer: gleichbleibende Regeln und Konsequenz bei der Einhaltung dieser Regeln. Was heute gilt, das gilt auch morgen! Diese Grundsätze müssen in der Familie abgesprochen werden und für alle Familienmitglieder gelten. Feste Regeln prägt ein Papagei sich ein.

Wo wir gerade bei den Regeln sind: Eine weitere Regel sollte sein, niemals aggressiv zu reagieren. Oftmals wird Erziehung mit Strafe und Bestrafung gleichgesetzt, doch Strafen wie Futterentzug, Schläge usw. sind auf jeden Fall abzulehnen, zumal sich die meisten Papageien bereits allein von der Stimme beeindrucken lassen.

Lob und Tadel

Wenn einer Ihrer Papageien Verhaltensweisen entwickelt, die Sie nicht dulden wollen, dann muss ein lautes und klares "NEIN!" gesprochen werden, wobei sich die Tonlage sehr deutlich von derjenigen abheben sollte, in der Sie sonst mit Ihren Tieren sprechen.

Wenn der Vogel beißt, sollten Sie ihn in Verbindung mit einem scharfen "NEIN!" sofort wegsetzen oder zur Not abschütteln. Wenn der Vogel einen Angriff auf Sie startet, sollten Sie sich nicht zusammenkauern, sondern energisch "NEIN!" sagen und sich dabei so groß wie möglich machen. Befindet sich das Tier an einem Ort, den Sie zu einem Tabu erklärt haben, so sollten Sie es zusätzlich zu ihrer verbalen Äußerung umgehend von dort zurückholen.

Sie können die Bestimmtheit nach und nach steigern, bis eine Reaktion des Tieres erfolgt. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie Ihren Papagei sofort ausgiebig loben und ihm zur Verstärkung dieses Lobes ein Leckerli reichen. (Hierzu ist es sehr nützlich zu wissen, welches Leckerli Ihr Vogel am liebsten hat.)

Noch einmal: Seien Sie konsequent, auch wenn es vielleicht manchmal schwerfallen mag. Eine Veränderung im Verhalten des Vogels wird sicher nicht von heute auf morgen eintreten, deshalb ist Geduld gefordert! Und loben, loben, loben Sie, wann immer es möglich ist!

Sollten Sie jedoch nach zwei oder drei Wochen den Eindruck haben, dass sich gar nichts verändert hat, müssen Sie Ihre Ablehnung  verstärken, indem Sie jeweils "NEIN!" sagen und das Tier sofort in seine Voliere zurückbringen. Dort beachten Sie Ihren Papagei für einige Zeit (15 bis 30 Minuten) gar nicht. Danach wenden Sie sich ihm wieder freundlich zu und wiederholen die Übung. Sollte der Papagei schreien, dürfen Sie auf keinen Fall zu ihm zurückkehren, sondern müssen warten, bis wieder Stille eingekehrt ist. Er würde sonst völlig falsche Schlüsse ziehen! Wenn Sie hier einen Fehler machen, dann haben Sie möglicherweise zukünftig einen Papagei, der ausdauernd - und nervtötend  kreischt, um Ihre Aufmerksamkeit zu erzwingen!

Auch mit dem Clickertraining, das aus dem Hundesport schon seit geraumer Zeit bekannt ist (ein Clicker ist ein kleines Plastikteil, das auf Druck ein klickendes Geräusch erzeugt), werden bei der Erziehung von Papageien gute Erfolge erzielt. Möchte man eine bestimmte Verhaltensweise fördern, so klickert man genau dann, wenn der Papagei dieses Verhalten zeigt. Dazu gibt es ein Leckerli. Mittels einer solchen positiven Verstärkung erfährt ein Papagei, welches Verhalten vom Menschen besonders erwünscht ist. Das Clickertraining hat den großen Vorteil, nicht nur die Tiere zu "erziehen", sondern auch den zur Inkonsequenz neigenden Menschen, da er hier einen selbsterstellten Plan genau "abarbeiten" muss. Außerdem ist es bei scheuen Tieren, die wenig oder keine Nähe zulassen, sehr geeignet. Für Interesssierte gibt es im Buchhandel entsprechende Literatur mit den nötigen Erklärungen.

Vertrauen erhalten

Wichtig ist, dass der Vogel trotz dieser Erziehungsmaßnahmen Vertrauen zum Menschen aufbauen und bewahren kann. Sie müssen darauf achten, dass Ihre Vorgehensweise Ihrem Tier keine Angst einjagt, denn dann würden Sie das Gegenteil dessen erreichen, was Sie ursprünglich im Sinn hatten. Deshalb ist es unabdingbar, dass mit viel Sachkenntnis, Ruhe, Geduld und Zuwendung gearbeitet wird. Und, wie schon erwähnt, mit viel Lob und vielen Leckerlis.

Was Ihr Papagei auf jeden Fall lernen sollte

Da Erziehung nicht nur dazu dient, dass Mensch und Vogel besser miteinander leben, sondern vor allem auch dazu, Gefahr von dem Tier abzuwenden, ist es notwendig, dass Ihr Papagei bestimmte Dinge erlernt (und entsprechende Aufforderungen befolgt):

  1. sollte er auf ein bestimmtes Wort hin ( z.B. "KOMM!") auf den ausgestreckten Arm oder die hingehaltene Hand kommen. Dies kann in vielerlei Hinsicht nützlich sein, z.B. um ihn aus der Voliere oder in die Voliere zurück zu transportieren oder um ihn in eine Transportbox zu setzen und um ihn vor eventueller Gefahr schützen zu können. Falls Ihr Papagei Ihnen einmal entfliegen sollte, kann so ein antrainiertes Verhalten sehr hilfreich sein, ihn zur alsbaldigen Rückkehr zu "überreden".
  2. sollte Ihr Papagei genau aus letzterem Grund lernen, "nach unten" zu fliegen. Junge Papageien können dies nicht, was möglicherweise mit fehlender Flugerfahrung zu tun hat. Trainieren können Sie dies, indem Sie sich auf den Fußboden setzen und Ihren Vogel locken, dort mit Ihnen zu spielen. Es gibt im Fachhandel ein großes Sortiment an  Papageienspielzeug.
  3. sollte Ihr Vogel Ihren Arm auf ein bestimmtes Wort hin (z.B. "AB!") wieder verlassen. Dieses ist wichtig, wenn Sie ihn in der Voliere - oder an anderer Stelle - absetzen möchten.
  4. sollte Ihr Papagei sich jederzeit in seine Voliere zurückbringen lassen. Dies gilt auch für Vögel, denen normalerweise ganztägig Freiflug gewährt wird. Es kann immer einmal einen Grund geben (wie z.B. Arztbesuche, überraschende Gäste mit Hund o.ä.), den Vogel zu ungewohnter Zeit in seine Voliere zurücksetzen zu müssen. Wenn Ihr Papagei einen Artgenossen hat und in seiner Voliere nicht allein ist - wovon wir an dieser Stelle ausgehen -, dürfte dies auch kein Problem sein.
  5. sollte Ihr Vogel Futter aus der Hand annehmen, was wichtig sein kann, wenn z.B. eine Medikamenteneinnahme überwacht werden muss.
  6. sollten Sie Ihren Papagei mit einer Transportbox bekanntmachen, damit Tierarztbesuche nicht zu einem absoluten Schockerlebnis für Ihren Vogel werden. Auch dies kann sehr spielerisch geschehen, indem Sie die Box an beiden Seiten öffnen und von der einen Seite ein Tuch - oder ein besonders interessantes Spielzeug - hineinhalten, mit dem Sie Ihren Vogel nach und nach in die Box hineinlocken. Es versteht sich von selbst, dass jeder noch so kleine Schritt in die Box hinein ausgiebig gelobt und mit Leckerli belohnt werden muss.

Dies war die Pflicht, die Kür ist - wie immer - offen !

In der Regel lieben es Papageien, mit dem Menschen zu spielen und Kunststücke zu trainieren. Dabei ist die Intensität ganz unterschiedlich. Einer unserer Aras macht ein Kunststück jeweils nur einmal, lässt sich dann ausgiebig loben und wendet sich dem nächsten oder ganz anderem zu. Der andere wiederholt jedes Kunststück einige Male und erwartet zwischendurch ein ausgiebiges "FEEEIIIN, FEEEIIIN!" Unsere Goffin's Papageien finden es herrlich, durch Drehen eines Stöckchens, auf dem sie sitzen, herumgewirbelt zu werden. - Hier können Sie nach Herzenslust experimentieren, so lange es Ihrem Tier (!) gefällt.

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