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Handaufzucht

ein Bericht von Frank Bauer

Nicht immer werden Jungtiere von ihren Eltern optimal versorgt. Es gibt Zuchtpaare, die ihre Jungtiere im Nistkasten töten, ihnen die wachsenden Federkiele ausreißen oder sie einfach nicht mehr weiter füttern. Um einen Totalverlust des Geleges zu verhindern, bleibt einem nichts anderes als die Handaufzucht übrig.

Natürlich geht im Sinne einer möglichst artgerechten Nachzucht nichts über eine Naturbrut, denn die Jungtiere bekommen mit dem aus dem Kropf hervorgewürgten Futter wichtige Abwehrkräfte und Enzyme der Eltern mit auf den weiteren Wachstumspfad. Allerdings sind solche Jungtiere anfangs dem Menschen gegenüber sehr scheu. Sie werden nach einer gewissen Zeit und viel Fürsorge durch den Papageienbesitzer ebenso wie Handaufzuchten sehr zahm und zutraulich.

In die Handaufzucht kommen meistens Jungtiere ab der 6. Lebenswoche, um sie als superzahme Stubenvögel an den Menschen zu gewöhnen. Es ist bei der Handaufzucht darauf zu achten, dass diese mit gleichaltrigen Geschwistertieren oder anderen Artgenossen in der Gruppe erfolgt, um einer etwaigen Fehlprägung zu begegnen. Ein Papagei sollte schließlich wissen, dass er ein Papagei ist !

Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man später mit einem von Hand aufgezogenen Vogel züchten möchte. Viele Verhaltensregeln lernen die jungen Papageien im Spiel mit ihren gleichaltrigen Artgenossen, das kann kein Mensch ihnen vermitteln. Mir sind keine erfolgreichen Zuchtpaare bekannt, die als Einzelvögel in Handaufzucht von der ersten Woche an großgezogen wurden. Am unproblematischten für die spätere Zuchtverwendung sind Naturbruten, oder aber Tiere die ab der 8. - 10. Woche von Hand zugefüttert wurden.

Die Handaufzucht setzt großer Erfahrung und vor allem Übung voraus. Auf hochwertiges Handaufzuchtfutter (z.B. Nutri Bird A19 oder Roudybush Formula 3) ist ebenso zu achten wie auf die richtige Hygiene und Temperatur des angerührten Futterbreis.

Auf den Einsatz von Kropfsonden sollte grundsätzlich verzichtet werden. Es passiert sehr schnell, dass ein unerfahrener “Handaufzüchter” den falschen Weg im Rachen findet oder gar innere Verletzungen erzeugt. Nicht wenige Jungtiere sind bei solch erfolglosen Versuchen gestorben. Viel besser funktionieren spezielle Fütterungsspritzen, mit denen das Aufzuchtfutter seitlich in den Schnabel gegeben wird.

Mit ca. 12 bis 14 Wochen werden die jungen Papageien futterfest, und können nun langsam auf Körnerfutter, Obst und Pellets umgestellt werden.

Schauen Sie sich bitte dieses Video an, welches ich bei meiner Züchterkollegin Petra Schmeling im Sommer 2009 gedreht habe. Vieles können Sie dem Dialog entnehmen, auf was bei der Handaufzucht im Wesentlichen zu achten ist. Natürlich ist dies ein Einzelbeispiel, und dient lediglich der Information und Orientierung.

Ara-Handaufzucht bei
Petra Schmeling am 18.07.2009

Film ab !

“Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr !”

Junge Papageien lernen in den ersten Lebenswochen die grundlegenden Dinge, welche sie für das Papageienleben benötigen. Dazu gehört neben diversen Verhaltensregeln mit Artgenossen auch die Auswahl des Futters. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die jungen Papageien neben ausgewogenem Körnerfutter auch an diverses Obst und Gemüse gewöhnt werden. Nur so lässt sich später diversen Mangelerscheinungen vorbeugen, da der Vogel in der Regel nur das frisst was er kennt.

Papageien baden in der Natur sehr gerne und ausgiebig. Leider kommen hierzulande wenige Tiere in den Genuß einer Freivoliere, wo sie das Bad im Regen ausgiebig genießen können. Das Baden dient nicht nur dem eigenen Vergnügen der Vögel, es wird im wesentlichen der Gefiederpflege zugerechnet. Die Tiere entledigen sich dadurch überschüssigen Gefiederstaubes und lindern einen eventuellen “Juckreiz” (danke liebe Angie :-).
Aus diesem Grund sollten Sie den Jungvogel von Anfang an an eine Badeschüssel oder an ein Sprühnebelbad mit einer kleinen Blumenspritze gewöhnen.

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