Willkommen in der Casa del Graupi
Counter

 

 

Infektion der Kropfschleimhaut

ein Bericht von Frank Bauer

Bakterielle Infektion der Kropfschleimhaut

Unter bestimmten Umständen können Bakterien beim Vogel zu einer Entzündung der Kropfschleimhäute sowie der Schleimhaut der Speiseröhre führen, obwohl diese dem Tier unter normalen Umständen nichts anhaben können. Die entzündete Haut schwillt durch die stärkere Durchblutung an, ist gerötet und heiß und bereitet dem Vogel Schmerzen.

Liegt eine durch Bakterien verursachte Entzündung der Kropfschleimhaut vor, erbricht der Vogel Körner und oftmals auch größere Mengen Schleim. Meist ist das Kopfgefieder nach dem Erbrechen verklebt, da der Vogel den Schleim durch Kopfschütteln wegzuschleudern versucht. Allerdings kann es vorkommen, dass mitunter kein Schleim im Gefieder zu finden ist. In diesem Fall wird er vom Vogel komplett weggeschleudert, allerdings befinden sich in der näheren Umgebung des Käfigs Flüssigkeitstropfen, welche mit Körnern durchsetzt sind.

Erste Maßnahme:

Bringen Sie den Vogel SOFORT zum Tierarzt. Halten Sie den Vogel beim Transport entsprechend warm damit er nicht friert, denn jede Infektion schwächt den kleinen Körper. Durch einen Kropfabstrich kann der Tierazt feststellen, um welches Bakterium es sich handelt und kann entsprechende Medikamente verabreichen. Eine Infrarotlampe ist neben dem Käfig aufzustellen.

Pilzinfektion des Kropfes

Neben Bakterien können auch Pilze eine vorgeschädigte Kropfschleimhaut angreifen. Besiedeln Hefe- (Candidiasis) und Schimmelpilze (Mucor) den Kropf, kann es teils zu heftigem Erbrechen führen. Feststellen lässt sich dieses durch einen Kropfabstrich.

Ursachen:

Hier können verschiedene Faktoren in Frage kommen. Unterstützt wird eine Pilzinfektion durch Schimmel an Wänden und Böden. Auch unzureichend gereinigte Futternäpfe können eine Infektion begünstigen.

Erste Maßnahme:

Bringen Sie den Vogel SOFORT zum Tierarzt. Halten Sie den Vogel beim Transport entsprechend warm. Durch einen Kropfabstrich lässt sich feststellen um welchen Pilz es sich handelt; dementsprechende Medikamente sind zu verabreichen. Auch die Gabe von Vitamin A hilft gegen den Pilzbefall (Dosierung bitte mit dem Tierarzt absprechen). Eine Infrarotlampe ist neben dem Käfig aufzustellen. Auf die Reinhaltung des Futterplatzes samt Näpfen ist stets zu achten, schlechte Hygiene ist niemals gesundheitsfördernd.

Parasitenbefall des Kropfes

Neben Bakterien können im Kropf angesiedelte Parasiten zu Erbrechen führen. Besonders häufig treten bei Wellensittichen die sogenannten Trichomonaden auf, welche durch kleinste Wunden in das Gewebe eindringen. Diese Geißeltierchen verursachen Abmagerung, Erbrechen und eine “Verkäsung” des Kropfes, da sie gelbe Beläge auf der Schleimhaut bilden.

Um einen Befall mit Trichomonaden nachweisen zu können, muss ein Tierarzt entweder eine Kropfspülung vornehmen und die ausgeschwemmte Flüssigkeit für eine mikroskopische Untersuchung verwenden. Oder er entnimmt mit Hilfe eines Tupfers eine Schleimprobe aus dem Kropf und untersucht diese unter dem Mikroskop.

Behandlung

Wurde ein Befall mit Trichomonaden bei einem Vogel nachgewiesen, muß eine Behandlung mit einem wirksamen Antiparasitikum eingeleitet werden. Oft werden Präparate wie Spartrix oder Chevicol eingesetzt. In der Regel sind diese Medikamente sehr gut verträglich.

Achtung !!!

Trichomonaden sind hochgradig infektiös und übertragen sich leicht von einem Tier auf seine Artgenossen. Der gesamte Bestand muss behandelt werden,  jedes Tier ist in die Therapie mit einzubeziehen.

Weitere Maßnahmen

Auf Hygiene ist besonders zu achten ! Alle Trink-, Bade- und Futtergefäße müssen desinfiziert oder sehr heiß ausgewaschen werden. Die Gefäße müssen über einen Zeitraum von mindestens 24 bis 36 Stunden vollständig austrocknen. Nur so können Trichomonaden, die die Desinfektionsmaßnahmen und/oder den Kontakt mit dem heißen Wasser überlebt haben, zum Absterben gebracht werden. Diese Hygienemaßnahmen müssen während der gesamten Behandlungsdauer, in der das vom Tierarzt ausgewählte Medikament eingesetzt wird, durchgeführt werden.

Nach dem Abschluss der Behandlung sollte der Tierarzt mit Hilfe eines weiteren Abstrichs den Therapieerfolg kontrollieren.

Heilungschancen

Wird ein Trichomonaden-Befall rechtzeitig entdeckt und behandelt, sind die Heilungschancen normalerweise gut. Haben die Krankheitserreger bereits tiefer liegende Gewebeschichten geschädigt, sinken die Überlebenschancen. Deshalb ist es wichtig, einen Befall mit Trichomonaden frühzeitig zu erkennen und rasch zu handeln.

Allgemeines zur Fütterung

Wenn Ihr Vogel an einer Entzündung des Verdauungstraktes erkrankt, dann reichen Sie ihm leicht verdauliche Nahrung. Nicht nur Sittiche, sondern auch Papageien nehmen gerne halbreife grüne Hirse, die selbst von schwachen Tieren genommen wird.

Vor allem sollten Sie ihrem Vogel stets frisches Obst und Mineralien mit Spurenelementen geben, damit er schnell wieder zu Kräften kommt.

Achten Sie bitte stets auf die notwendige Hygiene. Besonders Obst- und Quellfutterreste sind SPÄTESTENS nach 24 Stunden zu entfernen.

[Home] [Über mich] [Meine Vögel] [Nachruf Jacky] [Suche] [gebe ab] [Fotogalerie] [Neues Graupizimmer] [Videos] [Infos Papageienkauf] [Über Graupapageien] [Haltung] [Erziehung] [Körpersprache Papageien] [Zuchttagebuch] [Zucht / Aufzucht] [Handaufzucht] [Fütterungshinweise] [Keimfutter] [Wissenswertes] [Krankheiten] [Papageienkrankheit] [PBFD] [Aspergillose] [Kropfentzündung] [Erkältung] [Infektion der Kropfschleimhaut] [Rupfen] [PDD] [Fruchtbarkeitsstörungen] [Adipositas bei Papageien] [Polyoma - Virus] [Rachitis] [Legenot] [Vergiftungen] [Giftpflanzen] [Links] [Impressum] [Gästebuch]