Willkommen in der Casa del Graupi
Counter

 

 

Körpersprache der Papageien

ein Bericht von Frank Bauer

Es ist selbst für den Papageienfachmann nicht immer leicht, die Körpersprache seines Schützlings richtig zu deuten. Oftmals werden Gestik und  Mimik falsch interpretiert, was dann zwangsläufig zu schmerzhaften Zusammenstößen zwischen Mensch und Papagei führt.

Bestimmt haben Sie schon vor Ihren Papageien gestanden und sich gefragt: „Was meinen sie mit diesem oder jenem Verhalten?“ Was bedeutet es, wenn die Papageien in Ruhestellung leicht zittern, fast vibrieren, obwohl sie kerngesund sind, oder warum kreischen Amazonen in den Morgen- und Abendstunden, so dass man die Uhr danach stellen kann? Auf diese und andere Fragen soll die Tabelle Antworten geben.

Ich habe unter www.papageienfreunde.com das Infoblatt 03 vom August 2005 gefunden, wo in einfachen Worten die wesentlichen Verhaltensformen mit einer präzisen Erklärung hinterlegt worden sind.

images

Hier finden Sie das Originaldokument, welches auch über erklärende Bilder verfügt.

Viel Spaß beim Lesen !

(A) = Agonistisches Verhalten (gegen Artgenossen – auch Gegenstände – gerichtete Verhaltensweisen), (B) = Balzverhalten, (K) = Komfortverhalten, (S) = Sozialverhalten, (so) = sonstiges

Verhalten

Zuordnung

Erklärung

Aggression, zunehmende

A

Beginn der Balz. Meist werden die männlichen Vogel immer aggressiver – auch gegenüber dem Halter. Besondere Vorsicht ist bei Blaustirnamazonen geboten!!

Am Gitter hängen

A

In Situationen, die mit erheblichem Stress (gleichgültig welcher Art), Angst oder auch Krankheit verbunden sind, hängen sich viele Papageien entweder nur mit dem Schnabel oder auch mit dem Schnabel UND Füßen ins Gitter und verharren so manchmal über Stunden, bis sich die Situation entschärft.

Anfliegen

A

Höchste Form des Angriffs; meist mit Schnabelschlagen und Beißen verbunden. Amazonen: während der Balz und Brutzeit. Auch Halter von vorher superzahmen Amazonen werden nicht verschont.

Angst (am Beispiel eines Graupapageien)

 

Der Graue zieht sich in die hinterste Ecke des Käfigs zurück, um einen möglichst großen Abstand zwischen sich und der Bedrohung (z.B. dem Menschen) zu bringen. Dort plustert er sich so weit es geht auf (die bekannte "Federkugel"), den Schnabel drohend geöffnet, mit wiegendem Körper, um dann bei sehr geringer Distanz ruckartig mit Kopf und Körper (ohne Beine dabei zu bewegen, d.h. weiter nach vorne zu gehen) Richtung Mensch/Bedrohung vorzuschießen. Dabei wird zur gleichen sehr laut geknurrt und im Extremfall gekreischt. In diesem Zusammenhang ist das Kreischen als Paniklaut und als Steigerung des eher warnenden Knurrens zu bewerten. Ist der Abstand zum Menschen/Bedrohung etwas größer, wird auf die "Angriffsbewegungen" verzichtet, es bleibt beim Aufplustern und Knurren, bei geringerer Distanz beginnt das Wiegen, und erst bei sehr geringer Distanz das Angriffsverhalten. Hier wird aufgezeigt, dass, wenn eine Flucht nicht mehr möglich ist, die Angst durchaus auch mit einem Angriffsverhalten verbunden wird bzw. Angstverhalten und Angriffsverhalten sich auch in einem Konflikt befinden können.

Balz

B

Die Balz der meisten Großpapageien setzt mit Eintritt der Geschlechtsreife ein und verläuft völlig unspezifisch, d.h., es treten keine speziellen, nur in der Balz vorkommenden Verhaltensweisen auf. Vielmehr setzt sie sich bei vielen Arten im Wesentlichen aus einzelnen Elementen des Sozialen- und agonistischen Verhaltens zusammen, die während des ganzen Jahres vorkommen. Zur Balz und Brutzeit werden sie anders kombiniert, dauern länger und werden intensiver gepflegt. Der Halter muss also versuchen, das jeweilige Verhalten je nach Situation zu deuten. Sie beginnt mit leichtem Gefiederaufstellen, hängen lassen der Flügel und verengen der Pupillen. Dann wird langsam hin und her geschritten und bald kommen winselnde oder stöhnende, schwer zu beschreibende Laute dazu. Soweit ist das bei beiden Geschlechtern gleich. Weibchen gehen dann eher frontal auf die Männchen zu, wogegen Männchen versuchen, das Weibchen zu umkreisen, um schließlich zuerst einen Fuß wiederholt auf deren Rücken zu setzen und letztlich zur Paarung aufzusteigen.

Beißen

A

Der Papagei hat nicht viele Möglichkeiten, auf eine für ihn erschreckende Situation zu reagieren. Die Möglichkeiten: Flucht, Apathie (Starre), Aggression (Drohen, Beien). Sind die Fluchtmöglichkeiten eingeschränkt, wird es eher zu Beißattacken kommen. Besteht die Möglichkeit des Ausweichens, wird es seltener zu Beißattacken kommen. Ausnahme: bliche Aggression während Balz-, Paarung-, Brut- und Aufzuchtphasen .

Beschwichtigungsverhalten

S

Im Wesentlichen besteht das Beschwichtigungsverhalten im „Abschalten“ optischer Farbmerkmale des Gefieders (also Anlegen der Flügel, Zusammenlegen des Schwanzgefieders), im Kleinmachen durch enganliegendes Gefieder, im Verstecken des Schnabels im Gefieder oder Abwenden des Kopfes (häufig verbunden mit Übersprungputzen (siehe auch Übersprungshandlung im Rückengefieder) und im Einnehmen einer den bettelnden Jungvögeln ähnlichen Demutshaltung (Niederducken, Intentionsbewegungen zum Futterbetteln) sowie das Abwenden von Kopf und Schnabel. Die gefährlichste Waffe, der Schnabel, wird dabei von Gegner weg- und der ungeschützte Hinterkopf dem Gegner zugewendet. Dauert eine Bedrohung längere Zeit, beginnt der Bedrohte unter Umständen sich zu putzen (als  Übersprungshandlung), versteckt anschließend den Schnabel bis zur Wurzel im Rückengefieder und schließt die Augen. Der Angreifer wird aufgrund der angeborenen Beißhemmung keine weiteren aggressiven Handlungen folgen lassen.

Blitzen (mit den Pupillen)

A

Siehe Verengen und schnelles Weiten der Pupillen.

Eierlegen

B

Obwohl einzeln gehalten: Der Papagei möchte sich fortpflanzen. Nicht die Eier entfernen, der Papagei wird immer wieder Eier legen, bis das Gelege „komplett“ ist. Eine Nistgelegenheit anbieten und Eier “ausbrüten” lassen. Nach Ende der „Brutzeit“ wird der Vogel die unbefruchteten Eier von selbst verlassen.
Bei Paaren: falls kein Nachwuchs erwünscht ist, Eier unfruchtbar machen (kräftig schütteln und/oder kurz einfrieren), Eier wieder unterschieben und "ausbrüten" lassen. Nach Ende der „Brutzeit“ wird der Vogel die unbefruchteten Eier von selbst verlassen.

Ernstkämpfe

A

Verletzungen kommen bei Großpapageien sehr selten vor, dafür sorgt die soziale Beißhemmung.

Fauchen

A, B

Amazonen, Kakadus = Drohen, Vorsicht geboten, „Lass mich in Ruhe“. Auch Angst.

Fächern, nur Schwanz

A

Imponiergehabe (sich größer machen); Werben um den Partner; auch leichte Drohgebärde.

Federn aufstellen, alle

A, B

Imponiergehabe (sich größer machen), Werben um den Partner, auch höchste, aggressive Drohgebärde. Auf diese Weise werden alle farbigen Abzeichen des Gefieders deutlich hervorgehoben, die sonst verdeckt sind. Imponieren des Gegners oder die eigenen körperlichenVorzüge dem auserwählten Partner zur Schau stellen.

Federn maximal gefächert UND nach vorn übergebeugt

B

Lateralbalz oder Lateraldrohen. Bei einigen Kakaduarten; sehr selten bei Amazonen. Das Männchen präsentiert dem Weibchen sein Hinterteil.

Flachmachen/legen auf Stange, dabei mit den Flügeln zittern und leise glucksende, wimmernde Geräusche machen

B, S

Weibliche Papageien sind paarungsbereit und bieten dem Partner die Kloake an. Auch bei einzeln gehaltenen Papageien!! Vogel sucht verzweifelt nach einem Sexualpartner!!! Das gleiche Verhalten ohne die Geräusche:(S) Bettelhaltung der Jungvögel; bei erwachsenen Papageien: "Ich möchte etwas haben," (z.B. Betteln bei Tisch) oder: "Ich möchte woanders hin" (z.B. flugunfähige Papageien).

Flügel leicht abstellen, evtl. Nackenfedern aufgerichtet

A, B

Imponiergehabe (sich größer machen); Werben um den Partner; auch stärkere Drohgebärde (Schnabel kann geöffnet sein).

Flügelbug heben mit gleichzeitigem Bettellaut

S

Papagei möchte etwas haben (Leckerli, Aufmerksamkeit, usw.), gekrault oder gefüttert werden; woanders hin.

Flügel anheben, bis sich die Büge über den Rücken fast berühren, evtl. kurz fächern ohne Schwanzfächern

S

Freundliche Begrüßung des Partners/Halters.

Futter aus Schnabel nehmen lassen

S

Vertrauensbeweis, „Du gehörst zum Schwarm“; z.T. auch dem Halter gestattet.

Fußheben, Fußgefecht

A, S

Abwehrendes Drohverhalten mit geringer Angriffsabsicht. Auch in Verbindung mit Schnabelgefechten. Wird ebenfalls als Beschwichtigungsgeste eingesetzt. Das Darbieten dieser ungeschützten und bei Beißereien bevorzugte Körperstelle stoppt fast augenblicklich die Beißattacke des Gegners (Beißhemmung). Kann auch Spiel sein, ausgelöst durch die Monotonie des Käfigdaseins.

Gähnen, Gähnreflex

K

Zum Teil auch Muskelübung für den Schnabel, Sauerstoffaufnahme. Gähnreflex wird beim Kratzen am Ohr ausgelöst; der Pfleger kann bei zahmen Papageien diesen Reflex ebenfalls herbeiführen, indem er den Vogel am Ohr kitzelt.

Gefieder eng anlegen; sich lang und schmal machen

so

Große Angst! Papageien können auch in Apathie verfallen = Erstarren ("Ich bin gar nicht da"). Kann mit Knurren, Fauchen oder Schreien einhergehen. Wird häufig durch vorbeifliegende Greifvögel ausgelöst. Auch durch Auslöser aus der Vergangenheit; schlechte Erfahrungen. Hat ein Papagei z.B. schlechte Erfahrungen mit der Farbe Weiß gemacht (Tierarztbesuch), wird er sich auch vor weißer Kleidung des Halters fürchten. Meine Amazone hasst z. B. die Farbe Weiß und fürchtet sich so sehr vor kleinen, dunkelhaarigen Männern mit Schnauzbart, dass der Papagei beim Anblick eines solchen Mannes anfängt zu hecheln und sogar aufhört zu atmen, wenn sich der Mann nicht entfernt!

Gefiederkraulen, gegenseitiges (Soziale Gefiederpflege, allopreening)

B, K

Erstes wesentliches Element der Balz; hat eine paarbildende und paarfestigende Funktion, meist auf Körperregionen, die der Papagei selbst nicht erreichen kann, wie z. B. Kopf oder Kehle. Es dient ebenfalls zur Befriedigung des körperlichen Kontaktbedürfnisses mit einem Artgenossen und wird auch bei gleichgeschlechtlichen Papageien“paaren“ beobachtet. Kommt auch bei Jungvögeln vor und ist nicht sexuell motiviert. Kann bei neu zusammengeführten Papageien als Zeichen einer gelungenen Verpaarung/Vergesellschaftung gewertet werden.

Haube aufrichten

B, K

Kakadus: kann als „Stimmungsbarometer“ gesehen werden. Je nach Erregungszustand ist die Haube vollständig aufgerichtet (Aggression, Balz, Unsicherheit, Paarungsbereitschaft, usw.) oder ganz angelegt (Ruhezustand, Wohlbefinden).

Klopfen; mit dem Schnabel gegen die Sitzstange o.ä.

A

Graupapageien: Wenn dieses Verhalten immer einen bestimmten Auslöser (z.B. Annäherung einer bestimmten Person an die Voliere/Käfig) hat, sollte man von einem sog. "umadressierten Verhalten" (redirected activities) ausgehen. Dieses Verhalten tritt dann auf, wenn der eigentliche Adressat (z.B. Mensch, anderer Vogel etc.) nicht erreichbar ist. Die Aggression (um eine solche handelt es sich) wird dann auf ein Ersatzobjekt (in diesem Fall Sitzstange) gerichtet (umadressiert). Ein solches Verhalten (Aggression gegen Ersatzobjekte) ist auch bei freilebenden Arten zu beobachten. Es ist zu hinterfragen, was den AAM (Allgemeiner Auslösemechanismus) in Gang setzt.

Knacken, mit dem Schnabel

A

Graupapageien: Protest, Ärger, Drohen; Vorsicht geboten, „Ich greife gleich an!“ Oder: „Lass mich in Ruhe!“

Knurren

A, S

Unmut, Ärger, Protest, Angriff; kann aber auch im Spiel vorkommen.

Kontaktsitzen

S

Dient zur Befriedigung des körperlichen Kontaktbedrfnisses mit einem Artgenossen. Meist bei verpaarten Papageien. Oder: „Du gehörst zum Schwarm.“ Anzeichen einer erfolgten Verpaarung/Vergesellschaftung.

Kopfüber hängen

so

An einer Kralle schaukeln, Kopf hin und her werfen + dabei leicht knurren oder sonstige albernen Verhaltensweisen der Papageien = Spielen.

Kopf in Wassernapf tauchen

so

Will baden/duschen

Kopf hin und her werfen, dabei leise knurren

so

Vogel spielt, schnappt mit dem Schnabel manchmal sogar imaginäre Dinge.

Kopulation

B

siehe Paarungsakt

Kreischen, Schreien

S

Kontaktaufnahme zum Schwarmmitglied/Halter („Wo bist du?“); Paare, die gemeinsam schreien, stärken so ihre Partnerschaft = Paarruf.

Kreischen, morgens und abends

S

Völlig normales Verhalten bei Amazonen = der Tag wird begrüßt bzw. verabschiedet.

Kreischen, Schreien beim Telefonieren, Staubsaugen etc.

S

Vögel wollen „mitreden“; Lärm übertönen (?); Eifersucht, weil sich der Pfleger nicht mit den Vögeln beschäftigt.

Nacken- und Stirnfedern abspreizen, Flügelbüge leicht abwinkeln

A

Frontaldrohen (Amazonen, Aras). Der Angreifer streckt dem Gegner den gesenkten Kopf entgegen und bleibt einige Zeit in dieser Haltung. Graupapageien plustern zusätzlich noch das gesamte Körpergefieder – vor allem die Rückenpartie. Sie ähneln einem Federball.

Nicken mit dem Kopf

 

Bei dieser Verhaltensweise liegen lediglich Vermutungen privater Halter vor. Beobachtet bei Graupapageien, die sich begegnen; Folge kann der Rückzug einer der beiden Tiere sein oder aber ein folgendes Angriffsverhalten und Verjagen des anderen. Oder wenn sie etwas erreichen wollen, im Sinne von: "Ich komme an einen bestimmten Gegenstand nicht ran", oder auch: "Ich will irgendwo hin." Amazonen: Verlegenheit? Andächtig zuhören? Oder: „Bleib, wo du bist!“. Das Nackengefieder ist dabei leicht aufgerichtet = Kragen.

Paarungsakt (Kopulation)

B

Erfolgt meist auf einem Sitzast. Das Männchen steigt vom Ast aus mit einem Fuß auf den Rücken des Weibchens, während er sich mit dem zweiten Fuß am Ast festklammert. Mit gefächertem Schwanzgefieder führen die Tiere ihre beiden Kloaken, in die Samen- und Eileiter münden, zusammen und erreichen damit eine Befruchtung. Oft haben die Männchen Schwierigkeiten das Gleichgewicht zu halten. Sie balancieren gelegentlich mit ausgebreiteten Flügeln oder halten sich auch im Nackengefieder des Weibchens fest. Nicht selten kommt dabei wieder übermäßige Aggression auf, die dazu führt, dass das Männchen dem Weibchen die Federn ausrupft. Die weißen Dunenfedern, die zutage treten, wirken als Aggressionshemmer. Bei Kakadus, die keine Dunen haben, kann (muss nicht) die aufkommende Aggression beim Paarungsakt dem Weibchen das Leben kosten!

Partnerfüttern (courtship feeding)

B

Paarfestigende Funktion; gleichzeitig auch „Erprobung späterer Pflichten“ bei Jungenaufzucht. Männlicher Vogel würgt unter nickenden Kopfbewegungen Futter hervor und übergibt es an sein Weibchen, welches meist eine „Jungvogel-Bettelstellung“ einnimmt. Selten außerhalb der Balz-, Brut- und Jungenaufzucht. Auch bei gleichgeschlechtlichen Papageien“paaren“. Bei Kakadus kommt das Partnerfüttern nicht vor, da beide Elternvögel im Wechsel das Gelege betreuen.

Partnerkraulen

B, K

siehe Gefiederkraulen, gegenseitiges

Putzen

K

Regelmäßige Körperpflege, meist im Anschluss an eine Ruhephase. Die einzelnen Federn werden durch den Schnabel gezogen und mit Hilfe der Zunge gesäubert. Zwischendurch wird das gesamte Gefieder durch Schütteln neu geordnet. Mit Ausnahme des Kopfgefieders, welches der sozialen Gefiederpflege vorbehalten bleibt, können Papageien alle Körperpartien erreichen.

Rötung, leichte, der unbefiederten Gesichtspartie

A

(nur Aras) sind aufgeregt, unsicher und könnten zubeißen.

Rötung, starke, der unbefiederten Gesichtspartie

A

(nur Aras) sind sehr erregt, unsicher und werden bei Annäherung sicher zubeißen.

Selbstkraulen

K

Befriedigung des sozialen Kontaktbedürfnisses beim Einzelvogel; auch bei paarweise gehaltenen Papageien beobachtet = Partnervogel hat evtl. gerade keine Lust zum Kraulen?

Sitzen auf einem Fuß

K

Entspanntes Wohlbefinden, Ruhen, Dösen. Gefahrloses Umfeld.

Soziale Gefiederpflege

K, B

siehe Gefiederkraulen, gegenseitiges

Steiß (Kloake) breitbeinig an der Stange reiben, gackernde Laute von sich gebend

B

Männlicher Papagei sucht/wirbt um Weibchen. Auch bei einzeln gehaltenen Papageien!! Vogel sucht verzweifelt nach einem Sexualpartner!!!

Streckbewegungen

 

Meist im Anschluss an Ruhephasen. Ein Flügel und das Bein der gleichen Seiten werden gestreckt, dabei können die Schwanzfedern der entsprechenden Seite teilweise bis maximal gefächert werden. Das Gähnen gehört ebenfalls zur Streckbewegung, der Kopf kann dabei gleichzeitig ruckartig nach oben gestreckt werden.

Sucht Höhle, verkriecht sich in Schränken, usw.

B

Weiblicher Papagei ist geschlechtsreif und sucht eine Nistgelegenheit.

Synchronputzen

S, K

Fest verpaarte, gut harmonierende Papageienpaare machen (fast) alles gemeinsam: Fressen, Schlafen, Strecken (beide Vgel strecken gleichzeitig die gleiche Körperseite), usw.

Scharren im Nistkasten bzw. auf dem Boden

B

Nistmulde vertiefen? Kot entfernen? Nistmaterial herstellen? Für dieses Verhalten liegen zur Zeit keine gesicherten Erkenntnisse vor; auch nicht in der einschlägigen Literatur.

Schlafen/Ruhen, Kopf auf dem Rücken im Gefieder

K

Immer nachts; seltener am Tage, dann aber als Zeichen des absoluten Vertrauens in die Sicherheit der Umgebung. Ein Greifreflex sorgt dafür, dass sich der Greiffuß während des Schlafens nicht öffnet.
Schlafen über längere Zeit am Tage: Möglicherweise Krankheitsanzeichen; Papageien genau beobachten!

Schnabelgefechte

A

Sind als Form der Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Exemplaren (Balz- und Paarungszeit, Streit um Nahrungsressourcen, Revierauseinandersetzungen) bei fast allen Großpapageienarten bekannt.

Schnabelhakeln

S

Spielerische Schnabelgefechte gehren ebenfalls zum Verhaltensrepertoire und sollten nicht überbewertet werden. Schon "pubertierende" Jungvögel erproben diese Form des genetisch festgelegten (determinierten) - und sowohl arttypischen als auch sinnvollen - Verhaltens. Zumeist besteht keine ernsthafte Verletzungsgefahr. Eventuell eine Vorstufe des Partnerfütterns, vor allem bei Graupapageien beobachtet. Kann auch Kräftemessen bedeuten.

Schnabelöffnen (kein Gähnen!)

A

Individualraum wird verletzt, der bedrängte Papagei öffnet den Schnabel, faucht oder knurrt evtl., stößt dabei mehrmals in Richtung des Gegner ohne wirklich zu beißen. Auch als Streckbewegung des Schnabels zur Lockerung der Muskeln, der Kopf kann dabei ruckartig nach oben gestreckt werden.

Schnabelknirschen, meist abends

K

Wohlbefinden; dient zum Schärfen des ständig nachwachsenden Schnabels. Dazu wird der Unterschnabel an den Feilkerben des Oberschnabels gerieben. Den Artgenossen wird außerdem „keine Gefahr“ signalisiert.

Schnabel mit Federn „verstecken“

K

Kakadus klappen im Ruhezustand/bei Wohlbefinden ihre Gesichtsfedern um den Schnabel und signalisieren ihrem Umfeld „keine Gefahr“.

Schnabel am Ast reiben

K

Reinigung des Schnabels nach dem Fressen. Auch Besitzanspruch, „Das ist meins.“

Schnabelklappern

S, so

Kakadus: Beschwichtigungsgeste; dient vermutlich auch zur Partnerfestigung.

Schreiten auf der Stange (aggressive walk)

A

Angriffsgang. Steigerung des Frontaldrohens. Der angreifende Vogel läuft mit gesträubtem Nackengefieder blitzschnell auf den Gegner zu und stößt dabei mit dem meist geschlossenen Schnabel vor.

Schreien

 

siehe Kreischen

Übersprungshandlung

so

Wenn nicht mit einer der Situation angepassten (adäquaten) Handlung reagiert werden kann, und/oder die Handlungsbereitschaft zwischen mehreren möglichen Handlungen (Reaktionen) schwankt, kommt es zu sog. "Übersprungs- oder Leerlaufhandlungen". Ein Mensch kratzt sich dann beispielsweise am Kopf. Beispiel: Ein Papagei will den Halter beißen, weiß, dass er das nicht darf und beißt sich statt dessen andeutungsweise ins eigene Bein, das Volierengitter oder was sonst gerade "zur Hand/Schnabel" ist.

Verengen und Weiten der Pupillen, schnelles (Blitzen)

A

Höchste Erregung! „Vorsicht, ich greife jetzt an!“

Verlegen sein (1)

 

Den Begriff "Verlegenheit" kennt die "Verhaltensbiologie" nicht. Aber dieser Begriff beschreibt vielleicht doch ziemlich treffend das, was die Verhaltensbiologie als "Leerlaufhandlung" definiert. Wenn nicht mit einer der Situation angepassten (adquaten) Handlung reagiert werden kann, und/oder die Handlungsbereitschaft zwischen mehreren möglichen Handlungen (Reaktionen) schwankt, kommt es zu sog. "übersprungs- oder Leerlaufhandlungen". Ein Mensch kratzt sich dann beispielsweise am Kopf.

Verlegen sein (2)

 

Beispiel 1: Cookie (Gelbnackenamazone) krault abends immer Nathan (Blaustirnamazone). Die beiden kleben dann am Käfiggitter und schmiegen sich ganz eng aneinander. Manchmal krault Cookie wohl etwas zu heftig und Nathan beschwert sich dann lautstark. Dann hört Cookie sofort auf und hngt ihren Schnabel an der Käfigdeckeein, guckt mit den Augen nach rechts und links, wartet bis Nathan sich beruhigt hat und macht dann weiter. Ist das Verlegensein? Beobachtet von Petra B. Beispiel 2:   meine Amazone mich versehentlich gebissen hat, versteckt sie den Kopf unter dem Flügel (beißt andeutungsweise ins eigene Bein, eine echte Übersprungshandlung?). Es ist dem Vogel regelrecht peinlich (menschlich betrachtet). Beobachtet von Jo S. .

Zehenknabbern

K

Fußpflege. Krallen und Füße werden von Futterresten bzw. losen Hautschüppchen gereinigt. Evtl. auch Verlegenheitsgeste (Übersprungshandlung).

Zittern im Ruhezustand obwohl gesund

so

Entspanntes Wohlbefinden? Anspannung? Angst? Für dieses Verhalten liegen zur Zeit keine gesicherten Erkenntnisse vor; auch nicht in der einschlägigen Literatur.

[Home] [Über mich] [Meine Vögel] [Nachruf Jacky] [Suche] [gebe ab] [Fotogalerie] [Neues Graupizimmer] [Videos] [Infos Papageienkauf] [Über Graupapageien] [Haltung] [Erziehung] [Körpersprache Papageien] [Zuchttagebuch] [Zucht / Aufzucht] [Handaufzucht] [Fütterungshinweise] [Keimfutter] [Wissenswertes] [Krankheiten] [Vergiftungen] [Giftpflanzen] [Links] [Impressum] [Gästebuch]