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Schwermetallvergiftung

ein Bericht von Dr. Gerd Britsch und Dr. Marcellus Bürkle (www.ziervogel-exotenpraxis.de)

Wie häufig kommt es zu Vergiftungen durch Schwermetalle?

Vergiftungen mit Schwermetallen kommen bei Papageien und Sittichen regelmäßig vor. In unserer Praxis sehen wir fast wöchentlich Vergiftungsfälle. Dabei handelt es sich in der Regel um Vögel, die in der Wohnung umherfliegen und Wohnungsgegenstände unbeaufsichtigt beknabbern können. Je größer der Nagetrieb eines Vogels ist, desto eher beknabbern sie auch metallische Gegenstände. Man sollte annehmen, dass Metall nicht gut schmeckt und Vögel, die schon ungern Obst oder Gemüse fressen schon gar kein Metall schlucken. Das stimmt jedoch nicht. Sobald ein Vogel etwas benagt muss auch mit einem Abschlucken der benagten Gegenstände gerechnet werden.

Da Kakadus viel benagen sehen wir sie häufiger in der Patientengruppe, die mit Vergiftungserscheinungen in unsere Praxis kommen. Ebenso Wellensittiche und Graupapageien finden sich unter den Tieren, die sich mit Zink oder Blei vergiftete haben, auch wenn diese Vgel kein so ausgeprägtes Nagebedürfnis haben wie Kakadus und Aras. Unter den vergifteten Tieren finden sich häufiger Jungtiere unter 3 Jahren. Man geht davon aus, dass Jungtiere in ihrer Neugier und ihrem Erkundungstrieb weniger zielgerichtet auf bekannte Futtermittel sind sondern sich in ihrer Jugendphase Neues erschließen wollen.

Welche Giftquellen findet man im Haushalt?

In der Regel handelt es sich um Vergiftungen durch blei- und zinkhaltige Partikel. Gefahren lauern ebenso bei der oralen Aufnahme von Metall von Tiffanylampen, Lötstellen von Elektroartikel, Lametta, Gardinenbänder, Batterien, Angelblei, Zinkhaltige Salben und vielem mehr. Auch schlecht verzinkte Volieren bei denen sich so genannte „Zinknasen“ gebildet haben können problematisch sein. Eine relevante Bleiaufnahme über Futterpflanzen, die nahe einer viel befahrenen Strasse wachsen ist ausgeschlossen. Die Giftaufnahme ist dabei so gering, dass es nicht zu akuten Vergiftungen kommt, zumal dem Autokraftstoff in Deutschland schon lange kein Blei mehr zugesetzt wird. Auch Futterpflanzen, die auf schlechtem Bodengrund wachsen sind von untergeordneter Bedeutung.

Wie sehen die Anzeichen einer Vergiftung aus?

Leider gibt es kein sicheres Symptom einer Vergiftung. Häufig sind die Patienten aufgeplustert, etwas ruhiger, im weiteren Verlauf sogar apathisch und der Appetit nimmt ab. Das sind jedoch Anzeichen von fast allen Erkrankungen, also nicht speziell auf eine bestimmte Vergiftung hinweisend. Daher ist die Diagnose nicht einfach zu stellen, weil man selten auf den ersten Blick eine Vergiftung vermutet. Haben die Besitzer bemerkt, dass irgendetwas an der Wohnung angeknabbert wurde, so ist das unbedingt dem behandelten Tierarzt mitzuteilen.  Im fortgeschrittenen Stadium kommt es zu Zittern, Krampfanfällen, Koordinationsstörungen und sogar blutigem Kot. Ohne Behandlung sterben die Patienten fast immer.

Die Untersuchung beim Tierarzt

Der Tierarzt sieht im Röntgenbild typische Metallpartikel im Muskelmagen, die sich von den üblichen Gritsteinchen deutlich unterscheiden. Der exakte Nachweis des Zink- und Bleigehaltes im Blut ist schwierig, weil dafür relativ viel Blut benötigt wird.  Dieses geschieht nur bei Tieren, denen eine größere Blutentnahme zugemutet werden kann. Handelt es sich um geschwächte Patienten, hat der Tierarzt oft keine Wahl und muss eine Vergiftungstherapie nach einer so genannten Verdachtsdiagnose einleiten, da ein sicherer Nachweis im Moment nicht durchführbar ist.

Wie kann man Schwermetallvergiftungen behandeln?

Die Behandlung ist schwierig und leider nicht immer erfolgreich. Je schneller der Tierarzt die Diagnose stellen kann und die Behandlung beginnt, desto größer sind die Überlebenschancen. Berichtet der Tierbesitzer, dass der Papagei bereits seit zwei bis drei Tagen verändert erscheint, sehen die Erfolgsaussichten leider nicht mehr sehr gut aus. In solchen Fällen können Organschäden weit fortgeschritten und der Behandlungsversuch erfolglos sein. In der Regel wird geraten die Patienten stationär aufzunehmen und mit Infusionen zu versorgen während man eine entgiftende Therapie durchführt. Gleichzeitig wird die Magen-Darm-Passage beschleunigt, um die Schwermetallpartikel schnellstmöglich aus dem Körper auszuscheiden. Da Schwermetalle unter anderem Leber, Nieren, Schleimhäute und das zentralnervöse System (Gehirn) belasten, können massive Störungen des Allgemeinbefindens auch zeitversetzt eintreten. Dadurch wird der Papagei oder Sittich trotz Therapieversuch zunehmend apathischer.

Zusammenfassung

Achten Sie auf Metallgegenstände, die Zink oder Blei enthalten könnten. Diese sollten außer Reichweite des Vogels sein. Sollte sich Ihr Papagei oder Sittich dennoch daran zu schaffen machen, oder finden sie eventuell sogar Metallpartikel auf dem Boden, so warten sie nicht, bis Symptome auftreten, da dann ein Behandlungserfolg sehr unsicher ist.

Eine Anmerkung zu Schluss: Aluminium, Silber, Gold oder Edelstahl sind nicht giftig. Die Minen von Bleistiften bestehen aus Carbon und nicht mehr aus Blei, wie es früher einmal üblich war.

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